visual identity Lamm und Kirch unter Verwendung von Werken aus dem Bestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) (Uwe Pfeifer und Hans Ticha) sowie Henrike Naumann (ifa-Kunstsammlung), von links nach rechts: Uwe Pfeifer: Straße I, 1979, aus dem Bestand des ZfK / ifa-Kunstsammlung; Lesia Pcholka: Invisible Trauma Project, 2021; Henrike Naumann: DDR-Noir - Sigrid und Karl Heinz, 2018, ifa-Kunstsammlung; Hans Ticha: Schlagersängerin, 1979, aus dem Bestand des ZfK / ifa-Kunstsammlung

Publik Machen: Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR.

Ein Ausstellungsprojekt des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen in sechs Kapiteln in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung.

Mit dem sechsteiligen Recherche- und Ausstellungsreihe Publik Machen widmet sich das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen im Jahr 2026 der Arbeit und dem Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK). Produktive Unruhe in der robotron-Kantine nimmt ausgewählte Positionen der Kunst, der Fotografie und der Alternativkultur der 1980er Jahre als Resonanzraum sich anbahnender gesellschaftlicher Veränderungen in den Blick. Den Ausgangspunkt bilden die IX. und X. Kunstausstellung als größte und meistbesuchte Überblicksausstellung der DDR, in denen sich bereits die Vielfalt des damaligen künstlerischen Wirkens abbildet, aber auch ausgewählte Positionen einer Alternativkultur, die zu diesem Zeitpunkt bereits eigene Wege jenseits der staatlich gelenkten Bahnen sucht und findet. Produktive Unruhe markiert den Auftakt von Publik Machen, das in Dresden sowie an fünf verschiedenen Ausstellungsorten in Berlin stattfindet: ifa-Galerie Berlin, Schloss Biesdorf, KVOST – Kunstverein Ost, Prater Galerie und Galerie im Turm.

Produktive Unruhe

Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren

Die bislang wenig erforschte Institution nimmt einen besonderen Platz in der Kunstwelt der DDR ein: Zum einen war es dem Ministerium für Kultur unterstellt und entwickelte sein Programm entlang der offiziellen kulturpolitischen Agenda. Zum anderen sollte es das Ansehen der DDR im Ausland steigern und den Kulturaustausch weltweit befördern.

Der liberale Geist einer neuen kulturpolitischen Weite und Vielfalt war der 1973 gegründeten Institution besonders eingeschrieben und spiegelt sich auch im Sammlungsbestand des ZfK wider, dessen grafisches Konvolut 1991 an das ifa überging. Das seit über dreißig Jahren wenig beachtete Sammlungskonvolut des ZfK bildet den Kern für die im Folgenden vorgestellten sechs Ausstellungsprojekte. Die Werke stammen entweder aus Mappen des Verbands Bildender Künstler der DDR (VBK) oder wurden gezielt für Ausstellungen erworben. In diesem Sinne war das ZfK Förderer und Gatekeeper zugleich: Es präsentierte internationale Kunst innerhalb der DDR, vor allem jedoch Kunst aus der DDR im Ausland. Es ermöglichte Künstler:innen Reisen zu kulturpolitisch relevanten Zielen und spielte die Ergebnisse durch Ausstellungen wieder zurück.

Rauschen: Echos einer Institution

ifa-Galerie Berlin, 26. Juni – 27. September 2026

Das ifa erforscht seit 2023 in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung die Geschichte und die Arbeit des ZfK. Auf Einladung der künstlerischen Leitung Susanne Weiß entstand Anfang 2024 eine Arbeitsgruppe mit den Künstler:innen Anna Bromley, David Polzin und Suse Weber, den Kurator:innen Thibaut de Ruyter und Sandra Teitge sowie der Filmemacherin Sylvie Kürsten, die den Bestand und die Geschichte des ZfK zu untersuchen begannen. Die laufenden Recherchen im Bundesarchiv und in der Akademie der Künste, die Gespräche mit Zeitzeug:innen sowie die daraus entstehenden künstlerischen Forschungsprojekte bilden die Grundlage der Ausstellungsreihe Publik Machen. Die künstlerischen Rechercheprojekte von Anna Bromley, David Polzin und Suse Weber stellen dabei die historische Kunstproduktion in den Kontext ihrer Zeit und bereiten zusätzliche Archivalien auf, die unser heutiges Verständnis erweitern und Fragen an das Verhältnis zwischen Kunst und Staat ermöglichen.

Kosmos: Agenden, Netzwerke, Freundschaften

Schloss Biesdorf 29. Juni – 27. September 2026

Coda: Wiederaufführung einer Ausstellung

KVOST, 4. Juli – 30. August 2026

Den zweiten wichtigen Fokus bilden die künstlerischen Positionen aus den historischen Sammlungsbeständen des ZfK und des ifa von u. a. HAP Grieshaber, Elizabeth Shaw, Charlotte Elfriede Pauly, Erika Stürmer-Alex und Karla Woisnitza. Aber auch einzelne Ausstellungen des ZfK entwickelten sich zu Referenzpunkten für die Ausstellungsreihe. So bezieht sich Thibaut de Ruyter mit „Coda: Wiederaufführung einer Ausstellung“ auf die ZfK-Tourneeausstellung „Musik in der bildenden Kunst der DDR“, die von 1983 bis 1986 u. a. von Paris nach Wien und Bukarest sowie nach Duisburg tourte.

Courage: Schwestern im Geiste

Prater Galerie, 4. September – 8. November 2026

Träumen: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley

Galerie im Turm, 24. September – 8. November 2026

Die sechsteilige Ausstellungsreihe Publik Machen im Jahr 2026 des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt. Die Ausstellung Produktive Unruhe in Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden wird vom Kunstfonds Bonn, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Stiftung Kunst und Musik und der Volker Hohmann Stiftung ermöglicht. Die Ausstellungsreihe in Berlin, in Kooperation mit der ifa-Galerie Berlin, dem Schloss Biesdorf, dem Kunstverein Ost - KVOST, der Prater Galerie und der Galerie im Turm, wird durch den Hauptstadtkulturfonds gefördert.

Mehr zum Zentrum für Kunstausstellungen:

Das Zentrum für Kunstausstellungen und das ifa

Was ist die geteilte Geschichte der Sammlung des ifas?

Künstlerisch-Kuratorische Forschung zum ifa-Kunstbestand

Was ist aus dem Kunstbestand des ZfK heute geworden?

Die Künstler:innen des ZfK

Die Werke welcher Künstler:innen wurden im Auftrag der DDR gesammelt und ausgestellt?