Publik Machen
Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR

Die 1980er Jahre waren auch in Dresden eine bewegte und unruhige Zeit, voller Widersprüche, Auseinandersetzungen und Neuanfänge. Welche Ausdrucksformen konnten sich durchsetzen und welche neuen Beziehungen entstanden zwischen Kunst und Publikum diesseits und jenseits staatlicher Lenkung? Die Ausstellung Produktive Unruhe nimmt ausgewählte Positionen der Kunst, der Fotografie und der Alternativkultur dieser Zeit als Resonanzraum sich anbahnender gesellschaftlicher Veränderungen in den Blick. Den Ausgangspunkt bilden die IX. und X. Kunstausstellung als größte und meistbesuchte Überblicksausstellung der DDR, in denen sich bereits die Vielfalt des damaligen künstlerischen Wirkens abbildet, aber auch ausgewählte Positionen einer Alternativkultur, die zu diesem Zeitpunkt bereits eigene Wege jenseits der staatlich gelenkten Bahnen sucht und findet.
Die gemeinsam entwickelte Ausstellung bietet Einblicke in diese besondere Zeit, überwiegend anhand der grafischen Sammlungsbestände des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK), die 1991 nach der Auflösung des ZfK dem ifa – Institut für Auslandsbeziehungen übertragen wurden. Im selben Jahr entstand auch das Kunsthaus Dresden als Nachfolgeinrichtung der ehemaligen Dresdner Außenstelle des ZfK und heutige städtische Galerie für Gegenwartskunst.
Gleich mehrere künstlerische Neuproduktionen eröffnen – zum Teil auch in Auseinandersetzungmit der eigenen Familienbiografie – den Dialog zwischen den Generationen in dieser Ausstellung mit Werken und Leihgaben von insgesamt mehr als 50 Künstler:innen. Auch der forschende Blick auf das Publikum von damals, seine Interaktion mit der Kunst damals wie heute hier, und das historische dokumentarische Material verweben Perspektiven der Gegenwart und der Vergangenheit miteinander und schlagen eine Brücke zu den Menschen und der Atmosphäre der 8oer Jahre in einem Land in Unruhe.
Produktive Unruhe in der robotron-Kantine markiert den Auftakt der ifa-Ausstellungsreihe Publik Machen: Zur Arbeit und Wirkung des Zentrums für Kunstausstellung der DDR im Jahr 2026. Das Projekt findet in Dresden sowie an fünf verschiedenen Ausstellungsorten in Berlin statt: ifa-Galerie Berlin, Schloss Biesdorf, KVOST – Kunstverein Ost, Prater Galerie und Galerie im Turm.
Werke aus der Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR und des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen (Auswahl 12/247)
Die hier gezeigten Arbeiten zeigen einen Ausschnitt aus der Ausstellung; das tatsächliche Spektrum der präsentierten Werke und Künstler:innen vor Ort ist deutlich weiter gefasst. Zeitgenössische Neuproduktionen von Anna Bromley, Olaf Holzapfel, Sylvie Kürsten, Luise Schröder, Suse Weber und Olav Westphalen öffnen zusätzliche Perspektiven auf die Sammlungsbestände und ihren heutigen Ausstellungsrahmen.
Eröffnung: Mittwoch 20. Mai, 20 Uhr
Ausstellung: 21. Mai — 26. Juli
Eine gemeinsame Ausstellung des Kunsthauses Dresden und dem ifa-Institut für Auslandsbeziehungen in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung.
Mit Werken von Karl-Heinz Adler, Walter Arnold, Bernd Bankroth, Falko Behrendt, Sibylle Bergemann, Christian Borchert, Anna Bromley, Klaus Dennhardt, Reinhard Dietrich, Michael Freudenberg, Freunde der italienischen Oper, Manuel Frolik, Manuel Frolik, Hubertus Giebe, Hermann Glöckner, Dieter Goltzsche, Eberhard Göschel, Hans-Hendrik Grimmling, Herta Günther, Angela Hampel, Andreas Hegewald, Christian Heinze, Christine Heitmann, Ernst Hirsch / Gartenfest Heinz Wittig, Olaf Holzapfel, Wilhelm Klotzek, Friedrich Kracht, Sylvie Kürsten, Gerda Lepke, Werner Lieberknecht, Peter Makolies, Martin Maleschka, Yana Milev, Henrike Naumann, Helga Paris, A. R. Penck, Johannes Peschel, David Polzin, Núria Quevedo, Günther Rechn, Gerhard Rommel, Jürgen Schieferdecker, Hanns Schimansky, Werner Schinko, Luise Schröder, Klaus Schwabe, Sabine Slatosch, Wolfgang Smy, Erika Stürmer-Alex, Ulrich Tarlatt, Alfred Thiele, Max Uhlig, Norbert Wagenbrett, Suse Weber, Claus Weidensdorfer, Horst Weisse, Olav Westphalen, Leoni Wirth, Karla Woisnitza, Ruth Wolf-Rehfeldt, Willy Wolff, Ulrich Wüst, Fotis Zaprasis
Mit einem künstlerischen Zeitzeug:innenprojekt von Sylvie Kürsten mit Susanne Altmann, Michael Freudenberg, Hubertus Giebe, Prof. Dr. Bernd Lindner, Yana Milev, Peter Segor, Sabine Slatosch
Kuratiert von Susanne Weiß und Christiane Mennicke-Schwarz begleitet durch Sylvie Kürsten, Robert Thiele, Julianne Csapo
Mit Dank für wichtige Hinweise und Zusammenarbeit an: Silke Wagler, Prof. Dr. Bernd Lindner, Olaf Holzapfel, Luise Schröder
Archivarbeit: Janine Wagler, Dr. Swantje Greve
Ausstellungsarchitektur: lfm2 Leipzig
Zu den weiteren Partnern zählen der Kunstfonds / Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Art in Networks – ein Forschungsprojekt der Professur für Bildwissenschaft und Kunstgeschichte der TU Dresden.
Die sechsteilige Ausstellungsreihe Publik Machen im Jahr 2026 des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt. Die Ausstellung Produktive Unruhe in Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden wird vom Kunstfonds Bonn, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Stiftung Kunst und Musik und der Volker Hohmann Stiftung ermöglicht.
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