Träumen: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley

Galerie im Turm, 24. September – 8. November 2026

Träumen: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley "Gregor Gysi, Bärbel Bohley, Heiner Müller, Ost-Berlin, 4. November 1989", Barbara Klemm (1989) © Barbara Klemm

„Wenn ich jemandem gegönnt hätte, dass er noch erlebt, dass die Mauer offen ist, dann Annemirl. Weil die so reiselustig war [...] Sie war wirklich ihr ganzes Leben lang so ein Vogel, der gegen den Käfig fliegt.“

  • Bärbel Bohley

Die Ausstellung „Träumen“ bringt das Beziehungsfeld zweier außergewöhnlicher Persönlichkeiten und politischer Stimmen zusammen: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley. Beide verstanden sich als Künstlerinnen und politische Aktivistinnen. Sie widersetzten sich unbeirrt dem politischen Regime, das sie wiederholt bestrafte und degradierte. Beide waren Mütter und träumten von einem besseren Sozialismus. Christa Wolf fasste dies am 4. November 1989 in Worte: „Also träumen wir, mit hellwacher Vernunft.“

Ausgangspunkt für die Ausstellung ist ein Porträt von Annemirl Bauer mit ihrer Tochter Amrei, das Christian Borchert 1975 in ihrem Atelier im Prenzlauer Berg fotografierte – ein berührendes Zeugnis der Verbindung Mutter, Tochter und Kunst. Die Mappe Borcherts aus dem Bestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) ist eine ikonische Dokumentation der Künstler:innenszene der DDR und wirft Fragen nach Sichtbarkeit und Ausschluss auf: Wer wurde gefördert, wer ausgeschlossen? Das ZfK arbeitete eng mit dem Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) zusammen. Der VBK war ein Organ, das die Wege der Künstler:innen maßgeblich bestimmte – Ausschluss kam faktisch einem Berufsverbot gleich.

Werke aus der Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR und des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen (3/5)

Eröffnung: Mittwoch, 23. September 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 24. September – 8. November 2026

Mit Werken von Annemirl Bauer und Bärbel Bohley im Dialog mit Fotografien von Christian Borchert, Jürgen Graetz und Barbara Klemm

Kuratiert von Susanne Weiß und Sandra Teitge

Publik Machen

Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR

Die sechsteilige Ausstellungsreihe Publik Machen im Jahr 2026 des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt. Die Ausstellungsreihe in Berlin, in Kooperation mit der ifa-Galerie Berlin, dem Schloss Biesdorf, dem Kunstverein Ost - KVOST, der Prater Galerie und der Galerie im Turm, wird durch den Hauptstadtkulturfonds gefördert.

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