Träumen: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley

Galerie im Turm, 24. September – 8. November 2026

Träumen: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley "Gregor Gysi, Bärbel Bohley, Heiner Müller, Ost-Berlin, 4. November 1989", Barbara Klemm (1989) © Barbara Klemm

„Wenn ich jemandem gegönnt hätte, dass er noch erlebt, dass die Mauer offen ist, dann Annemirl. Weil die so reiselustig war [...] Sie war wirklich ihr ganzes Leben lang so ein Vogel, der gegen den Käfig fliegt.“

  • Bärbel Bohley

Die Ausstellung bringt zwei außergewöhnliche Künstlerinnen und politische Aktivistinnen zusammen, die das repressive DDR-System offen herausforderten und dafür bestraft wurden: Annemirl Bauer und Bärbel Bohley. Beide waren Mütter, beide träumten von einem besseren Sozialismus.

Bauer (1939–1989) entwickelte sich früh zur kritischen Stimme gegen das dogmatische Kunstsystem der DDR. Als alleinerziehende Mutter lebte sie prekär, wurde von der Stasi überwacht und nach ihrer Forderung nach allgemeiner Reisefreiheit 1984 mit Berufsverbot belegt. Ihr malerisches Werk verbindet figurativen Realismus mit expressiver Unmittelbarkeit.

Bohley (1945–2010) verteidigte Bauer, als ihr der Ausschluss aus dem Verband Bildender Künstler drohte. 1989 wandte sie sich endgültig von der Kunst ab und wurde als Mitbegründerin des Neuen Forums zur prägenden Figur der Friedlichen Revolution.

Die Galerie im Turm – einst als Ausstellungsort des Verbandes gegründet, der beide Künstlerinnen bewusst ausschloss – möchte mit dieser Ausstellung eine überfällige Korrektur vornehmen und ihr widerständiges Werk würdigen. Im Bestand des ZfK findet sich bis heute kein Werk Bauers und nur wenige Arbeiten Bohleys.

Werke aus der Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR und des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen (3/5)

Eröffnung: Mittwoch, 23. September 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 24. September – 8. November 2026

Mit Werken von Annemirl Bauer und Bärbel Bohley im Dialog mit Fotografien von Christian Borchert, Jürgen Graetz und Barbara Klemm

Kuratiert von Sandra Teitge und Susanne Weiß

Publik Machen

Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR

Die sechsteilige Ausstellungsreihe Publik Machen im Jahr 2026 des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt. Die Ausstellungsreihe in Berlin, in Kooperation mit der ifa-Galerie Berlin, dem Schloss Biesdorf, dem Kunstverein Ost - KVOST, der Prater Galerie und der Galerie im Turm, wird durch den Hauptstadtkulturfonds gefördert.

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