Die ganze Stadt - La ville entière - The Entire City

"Die ganze Stadt" ist Teil einer Ausstellungsreihe, die sich der künstlerischen Fotografie in Deutschland widmet. Sie versammelt Beispiele einer subjektiven Autorenfotografie, in denen dokumentarische Momente auf künstlerische Interpretationen treffen. Die sechs Künstlerfotografinnen und Künstlerfotografen sind im Gegensatz zu den heute weit verbreiteten digitalen Verfahren der Bilderzeugung dem gesehenen, unmanipulierten fotografischen Bild und den ästhetischen Besonderheiten seiner fotochemischen Erzeugung verpflichtet.
39 Stationen
Ljubljana, Slowenien
Photon Gallery
2013
30.08.–31.10.
Tartu , Estland
Tartu Ülikooli Raamatukogu / University of Tartu Library
2013
15.04.–30.05.
Brașov , Rumänien
Muzeul de Artă Brașov
2013
14.02.–17.03.
6 Künstler:innen
3 Beteiligte
Ursula Zeller,
Matthias Flügge,
Karin Lisewski (ifa),
Konzeption
Über die Ausstellung
Die Ausstellung “Die ganze Stadt” entlehnt ihren Titel einem Werk von Max Ernst, seiner so beeindruckenden wie bedrückenden Vision einer Traumstadt, in der Natur- und Kulturraum ineinanderfließen. Urbane Kultur und urbanes Leben thematisieren auch unsere KünstlerInnen. Aus ganz individuellen Perspektiven zeigen sie “ihre” Stadt, das Zentrum wie die Peripherie. Sie geben nicht zuerst das Sichtbare wieder, sondern machen etwas sichtbar von den kulturellen, aber auch von den sozialen und politischen Situationen der Gegenwart in Deutschland. Ihr gemeinsames Thema ist die Frage nach der Identität der Menschen und der des städtischen Raumes.
Zoltán Jókay, Andreas Rost, Maria Sewcz, Ulrich Wüst, Tomo Yamaguchi und Eva Bertram nähern sich der städtischen Kultur, der aktuellen gesellschaftlichen und kulturellen Verfassung ihrer Lebenswelt mit individuellem und dennoch bezeichnendem Blick: Sie erfassen auf je eigene Art, was sie an ihrer Wirklichkeit aufmerksam werden ließ. Dabei halten sie verschiedene Teilaspekte fest – Stadt-Landschaft, Architektur, Porträt, Zeitgeschichte, Gesellschaft – und wenden den Blick mal nach innen in die Privatsphäre der Menschen, mal nach außen in innerstädtische oder vorstädtische Räume. Immer greifen sie Alltagssituationen heraus, nie besondere, gar erhabene Augenblicke. Und gerade deshalb vermögen sie ihre Bilder Geschichten erzählen zu lassen.
Dabei verstehen sie sich weniger als Dokumentatoren, denn als Künstler, die eine eigene Bildästhetik entwickeln, ohne ihr Motiv zu inszenieren oder die Würde des Abgebildeten zu verletzen. Und doch verbinden ihre Werke künstlerische Qualität mit Lesbarkeit auf verschiedenen Ebenen. Neben den Informationen über das heutige Deutschland in aktuellen Bildern stehen die Künstlerfotografen für gegenwärtige künstlerische Strategien, die über erzählerische, abbildhafte Strukturen einen nachvollziehbaren Zugang zu ihren Bildwelten schaffen.